Einführung

Auch hierzulande ist verbreitet der Eichen Feuerschwamm (Phellinus robustus).
Er ist oft auf der Nordhalbkugel anzufinden und folgt in Skandinavien der Eiche bis zu ihrer Nordgrenze. Er tritt nur an alten Eichenstämmen auf und erinnert an den Gemeinen Feuerschwamm. Ein weiterer Wirt in Deutschland ist dfie Esskastanie (Castanea sativa). In Süddeutschland, in den Alpen und im Schwarzwald wächst eine besondere Sippe als Parasit an der Tanne, selten auch an Fichte. Sie wird von einigen Autoren auch als eigenständige Art, Phellinus hartigii von anderen aber nur als Form von Phellinus robustus angesehen.
Dieser "Tannen Feuerschwamm" ist dem Eichenfeuerschwamm sehr ähnlich.
Das beste Kennzeichen des Pilzes ist die hell gelbbraune Trama des Hutes und der Röhren. Sie wird beim trocknen außerordentlich hart und schimmert im Anbruch eigentümlich glänzend. Spechte zimmern gern ihre Nisthöhle unterhalb eines Fruchtkörper. Die Höhle kann später vom Pilz krustenförmig oder überwachsen werden. 

Medizinische Verwendung

Man darf annehmen das der Eichen- und der Espen Feuerschwamm voller medizinisch interessanter Inhaltsstoffe sind, die denen in Sang Hwang und dem gemeinem Feuerschwamm ähneln. Babitskaya et al. (2002) untersuchten die im Eichen Feuerschwamm und anderen Pilzen vorkommende Melanine. Extrakte des Eichen Feuerschwamms wirken durch die enthaltenen Melanine immunstimmulierend, antioxidativ und genprotektiv (Shcherba et al. 2000).
Technologisch lassen sich der Pilz bzw. die von dem produzierten Enzyme bei der Synthese von Biogas (Müller et al. 1986) und für die Sanierung von Umweltvereinigung durch TNT (Trinitotoluol) nutzen (Scheibner et al. 1997).
Erste tiefer gehenden Untersuchungen zu Inhalststoffen im Eichen Feuerchwamm stammen von Lass (2009).
Er extrahierte Pilzproben mit verschieden Lösungsmitteln in fand in den Extrakten verschiedene Sterole (Ergosta-7,22-dien-3Betaol, Ergosterolperoxid u.a.)
Aromaten (4-Hydroxy-3-(3-methyl-1-oxobotyl)- benzaldehyd und 1-(2,5 Dimethoxyphenyl)-3-(3-methybutan-1-on) und Sesquiterpene. 
Zwei der von ihm entdeckten Sesquiterpene und Aromaten erwiesen sich als bisher unbekannte Naturstoffe. Er fand außerdem Precapnelladien, ein Sesquiterpen, das man ursprünglich aus einer Koralle kannte.
Quelle : Jürgen Guthmann, aus dem Buch : Heilende Pilze