Einführung

Man erschrickt fast wenn man diesem Pilz das erste mal begegnet und man
unvermittelt wahrnimmt, wie die großen, fast unwirklich gelben konsolenartigen
Fruchtkörper dachziegelartig aus dem Baumstamm hervorbrechen. Wohl den Wenigsten ist bekannt, dass dieser Porling jung essbar ist. 

Medizinische Verwendung

Früher galt der Schwefelporling als leicht stopfend und wurde bei chronischen Durchfällen eingesetzt. In Rußland hat der Pilz eine lange Tradition als natürliches Antibiotikum und leicht desinfizierendes Mittel, was angesichts neuerer Forschung durchaus plausibel ist. Auch eine Anwendung als Schnupfmittel wird beschrieben. Wird der Pilz regelmäßig eingenommen, stärkt er die Gesundheit und schützt den Körper vor Erkrankungen. In der ungarischen Volksmedizin wurde der Pilz zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen und Lungenbeschwerden (Dämpfigkeit) bei Pferden eingesetzt. Bei letztgenannter Erkrankung ließ man die Tiere den Rauch inhalieren. Sein Verzehr soll Magenbeschwerden lindern (Zsigmond 2005). Offenbar erhöht der Pilz die Empfindlichkeit gegenüber Insulin und senkt den Blutzuckerspiegel. Die medizinische Anwendung des Pilzes war und ist überschaubar. Allerdings zeigen neue Forschungen viele medizinisch interessante Wirkungen und Inhaltsstoffe.
Einige seiner Inhaltsstoffe wirken zytotoxisch, antimikrobiell, antioxidativ und antithrombotisch. Einen ausführlichen Überblick zu potentiellen medizinischen Wirkungen von Pilz und Inhaltsstoffen liefert das Review von Radic al. (2009).
Quelle : Jürgen Guthmann, aus dem Buch : Heilende Pilze