Einführung 

Dieser ausschließlich an Birken vorkommende Pilz, war Bestandteil der Ausrüstung der am Südtiroler Similaungletscher gefundenen Eismumie "Ötzi". Sie ist ein eindrückliches Beispiel dafür, das die Menschen der damaligen Zeit von der Wirkung spezieller Pilzarten wussten, die Sie für heilkundliche und möglicherweise rituelle Zwecke nutzbar machten.

Medizinische Verwendung

Der Birkenporling wird offenbar schon seit Urzeiten wegen seiner medizinischen Wirkung verwendet.Er wirkt antibiotisch und entzündungshemmend. Allem Anschein nach wirkt er außerdem gegen Darmparasiten und Würmer. Lange Zeit nutzte man den Pilz überall in Europa, um Darmparasiten auszutreiben.Der Pilz enthält kurz wirksame Inhaltsstoffe, die auf die Parasiten giftig wirken. Dazu gehören vermutlich Agaricinsäure und die zu den Tripterpenen gehörenden Polyporsäuren. Offenbar wusste auch der griechische Arzt Dioskurides (1.Jh.n.Chr.) von seinen antimikrobiellen Eigenschaften.In Böhmen wurde der Pilz früher gegen Krebserkrankungen des Mastdarms und bei allen Erkrankungen des Magens eingesetzt. Der Pilz beseitigt Sodbrennen und wirk wahrscheinlich auch gegen das Bakterium Helicobacter pylorii. Das megenresistente Bakterium spielt eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung eines Magengeschwürs. Darüber hinnaus leistet der Pilz bei Darmgrippe, die durch Viren ausgelöst wird, gute Dienste. 
Verstärkt wird die Wirkung des Birkenporlings bei Magenbeschwerden durch eine sogenannte Rollkur. Nach Einnahme des Pilztees auf nüchternen Magen,
dreht/rollt man sich in kurzen Zeitabständen auf Rücken, Bauch und in die Seitenlage, um eine gleichmäßige Benetzung der Magenschleimhaut zu gewährleisten. Einzelne Fallberichte von Magenkrebspatienten deuten darauf hin, dass die Einnahme des Pilztees selbst bei dieser schweren lebensbredohlichen Erkrankung Linderung verschafft. bewährt hat sich dabei besonders die kombinierte Anwendung mit dem Schiefer Schillerporling (Inonotus obliquus). Dem Pilz werden beruhigende und ausgleichende Wirkung nachgesagt. In Scheiben geschnittene Birkenporlinge können als Wundauflage und zur Blutstillung benutzt werden. In gleicher Weise kann auch das verkohlene und vermahlene Material verwendet und auf Wunden gestreut werden. Eindeutige Belege für die antibakterielle Wirkung des Birkenporlings erbrachten die Untersuchungen von Suay et al. (2000). Sie untersuchten 204 Pilzarten, darunter 4 unterschiedliche Pilzstämme des Birkenporlings. Die antibakteriellen Inhaltsstoffe isolierten sie mittel Methanol und ließen die extrahierten Stoffe schließlich auf 9 Bakterienarten einwirken. Die Birkenporlings Extrakte zeigten Starke Wirkung auf das Wachstum von Pseudomonas aeruginosa, Serratia marcescens, Stophylococcus aureus und Bacillus subtillis. Kawecki et al. (1978) isolierten RNA (Ribonukleinsäure)
aus dem Birkenporling, Ribonukleinsäure kommen in allen Zellen vor.
Sie bestehen aus 4 verschiedenen Grundeinheiten und können auch in Form langer Ketten, die sich wiederum zu komplizierten räumlichen Gebilden zusammenfalten, vorkommen. In den Zellen sind sie an vielfältigen Prozessen beteiligt und dienen insbesondere als Bauanweisung für alle in den Zellen benötigten Proteinverbindungen. Normalerweise werden sie mehr oder weniger schnell durch sogenannte Ribonukleasen (Enzyme) zersetzt. Die Wissenschaftler beobachten, dass sich die aus dem Pilz isolierten Ribonukleinsäuren stabil gegenüber Ribonuklease aus der Bauchspeicheldrüse verhielten und die Interferonproduktion in menschlichen Bindegewebszellen stimmulierten.
Mit der krebshemmenden Wirkung beschäftigten sich Lamieszek et al. (2009). Sie untersuchten die Wirkung des Pilzes auf Krebszelllinien der Lunge (A549), des Mastdarms (HAT-29) und des Gehirns (C6 Ratte). Um die Wirkung und Toxizität zu messen, zogen sie als Vergleich normale Bindegewebszellen, Endothelzellen des Herzens, Leberzellen und verschiedene Nervenzellen herran.
Bei den Krebszellen beobachten sie verminderte Vermehrung, Beweglichkeit und Veränderung und Veränderung in der Gestalt der Zellen. Gesunde Zellen reagierten dagegen wenig bis garnicht auf Verabreichung des Pilzes das "Sticker-Sarkom" eine bei Hunden vorkommende, übertragbare Krebserkrankung der Geschlechtsorgane heilen ließ. Die Übertragung erfolgt beim Deckat. Dabei werden Krebszellen abgeschilfert und können in kleinste Hautläsionen einwachsen. Zur medizinischen Anwendung kocht man grob gewürfelte Stückchen oder Pilzpulver (1TL pro Tasse) des getrockneten Pilzes zu 30min. lang. Bewährt hat es sich auch, Pilzmaterial über Nacht in kaltem Wasser einzuweichen und erst am Morgen zu kochen. Der Sud schmeckt bitter und pilzartig. Man kann ihn bei Magen -und Darmproblemen schlückchenweise den Tag über trinken. Die Anwendung kann bei entsprechenden Beschwerden kurweise über Wochen erfolgen.
Quelle : Jürgen Gutmann, aus dem Buch : Heilende Pilze